Genom-Veränderungen und RNA/Protein Expressions-Profile
Dieses Arbeitspaket involviert verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen
Fachbereichen und Aktivitäten. In vorherigen, gemeinsam bearbeiteten
Studien haben die Gruppen primäre genetische Veränderungen, fehlregulierte
Mechanismen in Zellzyklen und sekundäre genetische Veränderungen
bei Mantelzelllymphomen analysiert. Diese Untersuchungen haben verschiedene
genetische und molekulare Targets identifiziert, die eine bedeutende Rolle
in der Pathogenese von MCL spielen und vielleicht als Prognosemarker genutzt
werden können. Im aktuellen Projekt werden die Bemühungen durch
Untersuchung klinischer Proben der Studienpatienten des European
MCL Network auf die klinische Umsetzung der Erkenntnisse gerichtet, die aus globalen Genomik-
und Proteomik-Studien gewonnen wurden. Die Gruppen werden in einem integrierten
Netzwerk arbeiten, in dem sie Proben und Resultate austauschen, was es ermöglicht,
verschiedene prädiktive Modelle aufzubauen und zu testen, die auf genomischen
Veränderungen und Expressions- Profil- Signaturen basieren. Deshalb wird
die Nijmegen Gruppe die genomischen Veränderungen in Mantelzelllymphomen
untersuchen, unter Nutzung von Matrix CGH. Die Ergebnisse werden verglichen
mit Mikroarray-Expressions-Daten, die in Barcelona und Würzburg erarbeitet
werden; währenddessen wird die Ulmer Gruppe sich mit Hilfe von Real-Time
quantitativer PCR der Analyse und Validität von potentiellen Zielgenen
zuwenden. Die Barcelonaer, Würzburger, und Ulmer Gruppen werden auf der
Grundlage einer kleinen Gruppe von Genen, die durch RQ-PCR und Immunohistochemie
aus klinischen Proben mit limitierter Materialmenge durchgeführt werden
können, prädiktive Modelle entwickeln. Diese kleine Auswahl an Genen
wird durch die Resultate von Mikroarray- Studien selektiert.
Die Hannoveraner und Münchner Gruppen werden verschiedene Proteomik-Strategien
zur Identifizierung potentiell interessanter Proteine in Tumor und Blutzellen
der Patienten entwickeln, die möglicherweise hilfreich sein könnten
neue Targets zur Beobachtung der Progression der Krankheit und Entwicklung von
therapeutischen Strategien zu definieren.
Die verschiedenen Partner und Aufgaben dieses Arbeitspaketes sind:
Ludwig Maximilian University, München, Deutschland
Aufgabe: Proteomics, two-D Gels
M. Dreyling ist Assistenz Professor am Dept. für Medizin III/Universitätsklinikum
Großhadern/LMU. Neben seinen klinischen Verantwortungen (Assistent Koordinator
der German Low Grade Lymphoma Study Group, Project Koordinator des nationalen
Kompetenznetzwerks „maligne Lymphome“, Co-Koordinator für
das klinische European MCL Network), liegt sein spezielles Forschungsinteresse
in der Rolle der Zellzyklus-Fehlregulationen und sekundären molekularen
Veränderungen als biologisch prognostische Faktoren in Mantelzelllymphomen.
Pathologie des Cellules Lymphoïdes, Université Claude Bernard Lyon-1, Lyon (G Salles)
Aufgabe: vergleichende Mikroanordnungs- Analyse
(siehe WP III/1)
Hospital Clinic, University of Barcelona, Barcelona, Spanien
Aufgabe: Mikroanordnungs- Analyse, RQ-PCR
Die Hämatologische Abteilung der „Hospital Clinic“,
University of Barcelona hat lange Erfahrung in allen Aspekten diagnostischer
Hämatopathologie
unter Einbeziehung von Morphologie, Immunophenotypisierung, Zytogenetik
und molekularer Biologie. Die Forschungsarbeit der Gruppe, über
die letzten 10 Jahre, konzentrierte sich auf genetische und molekulare
Mechanismen, die in der Pathogenese von malignen Lymphomen involviert
sind. Auf diesem Gebiet bahnte die Gruppe den Weg für die Erkennung
von Cyclin D1 als eine spezifische Veränderung bei Mantelzelllymphomen
sowie den Einfluss genetischer Veränderung
in verschiedenen Zellzyklus- Regulatoren und die Rolle der DNA-Damage-Response-Gene
in der Progression der Erkrankung. Die Gruppe nimmt Teil in verschiedenen
internationalen Forschungsnetzwerken, wie zum Beispiel am European MCL
Research Network und am Leukemia/Lymphoma Molekular Profiling Project.
Institute of Pathology, University of Würzburg, Würzburg, Deutschland
Aufgaben: Mikroanordnungsanalyse, tissue microarrays, Immunohistochemie
German Ott wurde ausgebildet als Hämatopathologe am Institut für
Pathologie, Universität Würzburg/Deutschland (Prof. Dr. H.K. Müller-Hermelink).
Während der letzten 10 Jahre leistete er wichtige naturwissenschaftliche
Beiträge in der biologischen und genetischen Charakterisierung von MALT-Typ
Lymphomen, follikulären Lymphomen, unterschiedlich großen B-Zell
Lymphomen und Mantelzelllymphomen. Momentan ist er einer der Referenzpathologen
im European MCL Research Network.
Andreas Rosenwald ist Arzt für Hämatopathologie am Institut für
Pathologie, Universität Würzburg/Deutschland. Von 1999-2003 arbeitete
er als Forschungsassistent im Labor von Dr. Louis Staudt am National Cancer
Institute, Bethesda, USA, wo er Genexpressions- Profiling nutzte (Lymphochip
microarray Technologie), um eine molekulare Klassifikation von B-Zell Non-Hodgkin
Lymphomen zu erarbeiten und deren klinische Ergebnisse vorauszusagen. Kürzlich
wurde Dr. Rosenwald zum Principal Investigator der Forschungsgruppe an der
Universität Würzburg ernannt.
Beide Gruppenleiter sind aktive Partner im internationalen Leukaemia/Lymphoma
Molecular Profiling Project (LLMPP).
MHH, Hannover, Deutschland
Aufgabe: Proteomics, SELDI
Dr. B Schlegelberger ist Vorsitzende des Institutes für Zell- und Molekulare-
Pathologie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Deutschland. Während
der letzten 15 Jahre konzentrierte sie sich auf die Zytogenetische Charakterisierung
von malignen Lymphomen, Klonen von Genen, die an der Lymphomgenese beteiligt
sind, Entwicklung von FISH assays, Kombinierung von Immunophenotypisierung
und FISH (FICTION) und Skizzierung deletierter Abschnitte, die vermutlich
Tumorsuppressor- Gene enthalten.
Department of Internal medicine III, Universität Ulm, Deutschland
Aufgabe: Genetische Veränderung und Expressions- Profile:
RQ-PCR
S. Stilgenbauer hat Langzeit Erfahrungen auf dem Gebiet
biologischer und klinischer Studien von hämatopoetischen Malignomen
und ist Koordinator des zentralen Referenzlabors der deutschen CLL Studien
Gruppe (GCLLSG) und verschiedener multizentraler Behandlungsstudien.
Wichtige Erfolge dieser Gruppe in den letzten Jahren waren:
- innovative technische Methoden zur Ermittlung genetischer Veränderungen
- Identifikation und Charakterisierung von neuen Veränderungen
- molekulare Mechanismen in der Pathogenese
- Korrelation von genetischen Veränderungen mit klinischen Parametern
University Medical Center, Nijmegen, Niederlande
Aufgabe: Matrix CGH
J van Krieken ist Professor für Tumorpathologie am Department
für
Pathology, UMC Nijmegen Niederlande. Er wurde in Kiel/Deutschland (Prof
Lennert) und Bethesda/USA (E. Jaffe) als Pathologe mit einer Subspezialisierung
auf Hämatopathologie ausgebildet. Während der letzten 10
Jahre konzentrierte er sich auf genetische und immunologische Charakterisierung
von malignen Lymphomen, klinisch- pathologische Studien und die Entwicklung
neuer Diagnostikwerkzeuge unter Beteiligung molekularer Diagnostik.
Ziele:
Basierend auf neuen Entwicklungen innovativer
molekularer Techniken (Matrix CGH, RNA Array chips, RQ-PCR, Proteomics),
planen wir ein multimodales Konzept zur Beurteilung des vorrausehbaren
Nutzen von groß angelegten Analysen
genomischer Veränderungen und Genexpressions- Profilen auf mRNA- und
Proteinebenen im Kontext mit kontrollierten klinischen Studien des European
MCL Network:
RNA array/RQ-PCR analysis
- Definieren neuer molekularer prognostischer Modelle basierend auf kleinen Panels von Genveränderungen anwendbar für normale klinische Diagnoseproben.
- Identifizierung neuer potentieller Prognostik- und Therapeutik- Ziele in MCL Patienten durch Nutzung von Großskalagenetik und Expressions- Analyse Strategien.
- Entwicklung und Bewertung prognostisch signifikanter Genexpressions- Profile in Mantelzelllymphomen durch Nutzung oligonucleotider Mikroarrays.
- Definieren eines prognostischen Modells durch Integration spezifischer Expressions- Profile
Proteomics
Sekundäre molekulare Veränderungen sind bekanntermaßen
verantwortlich für die Progression und den klinischen Verlauf von
malignen Lymphomen. Jedoch ist neben der gut erforschten Rolle von p53-
und p16- Veränderungen
in der sekundären Transformation zu hoch malignen Lymphomen, nur wenig
bekannt über solche sekundären Veränderungen bei Mantelzelllymphomen.
Daher ist das Ziel des Projektes die Charakterisierung von sekundären
prognostischen Markern basierend auf zweidimensionaler Proteinelektrophorese
und subsequenter Identifizierung von verschieden Expressionen von Proteinen
(MALDI-TOF). Zur selben Zeit wird das innovative Herangehen an Matrix CGH
und Proteomanalysen (MALDI-TOF, SELDI) an die Analyse klinischer Patientenproben
angepasst. Die Resultate werden verglichen, mit simultan durchgeführten
RNA-Array-Analysen.

