Minimal Residuale Erkrankung und Zytogenetic
Auf der Grundlage des derzeitigen European MCL Research Network und einer neuen Europa-konzentrierten Studie sind verschiedene europäische Gruppen, die hocherfahren in molekularer Zytogenetik von Lymphomen und molekulargenetischer Ermittlung von MRD sind, hinzugekommen. Jede Gruppe führt ihre eigenes Referenzlabor für das European MCL Network und andere Lymphom Studien.
Molekular zytogenetische Gruppen
- Institute of Human Genetics, University Hospital Kiel, Germany (R. Siebert)
- Laboratory of Cancer Genetics, University of Pamplona (J.A. Martinez-Climent)
- Unité d'Hématologie Cellulaire, Centre Hospitalier Lyon Sud (E. Callet-Bauchu)
Alle drei Gruppen haben weitreichende Erfahrungen in der konventionellen Chromosomenanalyse in
malignen Lymphomen und sind nationale Referenzlabore für die zytogenetische
Analyse und Interphase-zytogenetik bei Lymphomen. Verwendung finden dabei
sowohl kommerziell und selbst entwickelte Versuchsansätze.
Ein spezieller Focus der Gruppen in Kiel und Lyon ist die Kombination von
fluoreszierender Immunophenotypisierung und FISH. Darunter versteht man eine
so genannte FICTION-Technik, die angewandt wurde, um chromosomale Veränderungen
in Hodgkins- und anderen Lymphomen zu entdecken, bei persistierender polyklonaler
B-Zell Lymphozytose oder in CD34 positiven Stammzellkompartimenten. FICTION
erlaubt das Erforschen genetischer Veränderungen in immunophenotypisch
definierten Zellpopulationen und kann dadurch signifikant die Sensitivität
der FISH-Untersuchung erhöhen. Erst kürzlich wurde der konventionelle
FICTION Ansatz methodisch modifiziert, unter Zulassung der simultanen Ermittlung
von bis zu fünf Genorten zusammen mit einem zellulären Antigen auf
dem Einzel-Zell-Level.
Molekulare-MRD-Gruppen
- 2. Dept. of Medicine, University Hospital Kiel, Germany (C. Pott)
- Hematology Department, Rigshospitalet, Copenhagen, Denmark (N. Andersen)
- Laboratoire d'Hematologie Tour Pasteur, Paris, France (E. Macintyre)
- Dept of Immunology; Erasmus University Rotterdam, Netherlands (JJ van Dongen)
Alle Teilnehmerlabore sind nationale Referenzlabore für PCR-Diagnostik
und sind sehr erfahren in qualitativen und quantitativen PCR-Methoden für
die molekulare Charakterisierung von Leukämien und Lymphomen.
Während einer vorangegangenen europäischen Kollaboration wurde eine
sehr intensive Kooperation aufgebaut. Ziel der europäischen Zusammenarbeit
mit 32 Teilnehmerlaboren, unter Leitung von JJ van Dongen, war die Entwicklung
von standardisierten PCR-Protokollen für die Ermittlung von Immunoglobulin-
(Ig) und T-Zell-Rezeptor- (TCR) Genen sowie häufigen Chromosomen-Abberationen,
wie zum Beispiel t(11;14), und t(14;18).
Ausgehend von dieser initialen Kollaboration wurde die Forschungsaktivität
auf dem europäischen Level ausgebaut, sodass jetzt eine MRD-Bestimmung
bei allen Patienten durchgeführt werden kann. Alle 4 Labore koordinieren
derzeit MRD-Untersuchungen innerhalb der Studienprotokolle für die Behandlung
von verschiedenen Lymphomen und haben quantitative PCR Methoden (Real-Time
PCR) für standardisierte MRD Quantifikation zum Aufstellen von zukünftigen
klinischen Studien entwickelt.
Ziele
Die Hauptziele des Working-Package sind:
- identifizieren diagnostisch und prognostisch wichtiger chromosomaler Veränderungen im Knochenmark und peripheren Blutproben von Patienten mit MCL, die innerhalb der europäischen MCL Network durch eine Basis- (molekular) Zytogenetik-Analyse untersucht werden,
- Optimierung und vergleichende Bewertung molekularer Genetik, molekularer Zytogenetik und Phenotypisierungstechniken für die Ermittlung von MRD,
- Untersuchung der prognostischen Bedeutung molekularer Kontaminierung von PBSC Transplantaten, Behandlungsansprechen und MRD, bei Patienten, die innerhalb des Europäischen MCL Networks behandelt werden

